Glossar
typographische Hervorhebung von Textteilen (z. B. kursiv, fett, gesperrt) (vgl. die hiervon abweichende Verwendung des Begriffs in digitalen Editionen)
Unter diakritischen Zeichen sind jene editorischen Symbole zu verstehen, mit denen im Edierten Text besondere Eigenheiten des zu edierenden Textes sowie Herausgeber-Eingriffe gekennzeichnet werden. Diakritische Zeichen erlauben demnach "vor Ort", d. h. im Edierten Text, bestimmte Text-Merkmale zu kennzeichnen und entlasten dadurch den Apparat. So können beispielsweise Herausgeber-Ergänzungen durch "[ ]", gestrichene Textteile durch "〈 〉" oder "–", interpolierte Textteile durch "\/" (Einfügung von oben) bzw. "/\" (Einfügungen von unten) oder durch "|̄ ̄|", Zeilenfall durch "|" oder Seitenwechsel durch "//" gekennzeichnet werden. Entscheidend ist, dass die Anzahl der in einer Edition gebrauchten diakritischen Zeichen möglichst gering bleibt, dass ihr Gebrauch möglichst Bedeutungskonventionen folgt bzw. selbsterklärend ist, und dass ihre Funktion an geeigneter Stelle (Bandbeginn) eindeutig und unmissverständlich festgelegt ist. Der Einsatz von diakritischen Zeichen ist in digitalen Editionen in der Regel reduziert, da zahlreiche Befunde – vor allem Einfügungen und Streichungen – diplomatisch wiedergegeben und im kritischen Apparat erläutert werden.
Die in der Edition vollständig und geschlossen abgedruckte(n) Textfassung(en) eines Werkes/Briefes (vgl. S. Scheibe, S. 68)
Als Incipit werden jene ersten (drei oder mehr) Textworte bezeichnet, mit denen der eigentliche Brieftext im Anschluss an die Grußformel beginnt. Beginnen mehrere Briefe anfangs mit gleichen Worten, so muss das Incipit-Zitat jeweils bis zum ersten abweichenden Wort verlängert werden. Aufgrund ihrer individuellen Wortfolge lassen sich durch Incipits z. B. undatierbare Briefe eindeutig identifizieren bzw. Konkordanzen erstellen.
partielle Textabweichungen, die zwischen zwei oder mehreren Überlieferungen ein- und desselben Textes besteht, wobei die Abweichung nicht auf den Textautor selbst zurückgeht, sondern durch Abschreib-(Druck)-fehler oder durch bewusste editorische Eingriffe verursacht worden ist.
Ein auf den Verfasser (Schreiber) des Briefes beschränkter Begriff; postscriptum
handschriftlich zugesetzte Angaben der Postbehörde beim Aufgeben des Briefs und auf dem Weg bis zum Empfänger (Portoangaben, Versendungsart, Poststationen)
Die mit philologischen Methoden aufbereitete Publikation historischer Quellentexte
Im Unterschied zur Lesart bezeichnet Variante eine partielle Abweichung zwischen zwei oder mehreren gleichen Texten, die auf den Textautor selbst zurückgeht. Diese Abweichungen können zwischen verschiedenen Quelle (z. B. zwischen Konzept und Reinschrift) oder innerhalb ein- und derselben Quelle (z. B. korrigierende Überschreibungen) auftreten. Varianten sind entweder auf bewusste konzeptionelle Änderungen rückführbar oder als zufällige Änderung zu betrachten.
nach dem Empfang des Briefes zugesetzte Vermerke des Empfängers oder seines Vertreters über Briefeingang, Beantwortung o. ä.
Fremdschriftliche Bestandteile, die vor Versendung des Briefes notiert wurden